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15. September 2026
Religion und Spiritualität: starke Hinweise auf spezifische Veränderungen im Gehirn
Am 30. August 2026 erschien in Brain and Behavior eine große systematische Übersicht über 105 neurobiologische und bildgebende Studien zu religiösen und spirituellen Praktiken. Untersucht wurden unter anderem Meditation, Gebet, Rezitation, mystische Erfahrungen und verschiedene religiöse Traditionen. Die Autoren finden wiederkehrende, je nach Praxis unterschiedliche Veränderungen in Netzwerken für Aufmerksamkeit, Selbstwahrnehmung, Emotion und Belohnung; bei länger Übenden zeigen sich teils auch Hinweise auf Neuroplastizität.
Befund: Spirituelle und religiöse Praktiken haben reproduzierbare neuronale Korrelate. Gebet aktiviert beispielsweise andere Schwerpunkte als Meditation; mystische Erfahrungen zeigen besonders breit verteilte Aktivierungsmuster.
Interpretation der Autoren: Religion und Spiritualität seien damit keine bloß „abstrakten“ Vorgänge, sondern neurologisch messbare menschliche Verhaltensweisen.
Kritischer Punkt: Für das Projekt ist besonders wichtig, was die Autoren ausdrücklich selbst betonen: Aus der Feststellung einer Gehirnaktivität folgt weder, dass religiöse Erfahrungen bloß vom Gehirn erzeugt werden, noch, dass eine transzendente Wirklichkeit bewiesen wäre. Beides wäre ein Kategorienfehler.
Bedeutung für das Platon-Projekt: Das ist eher eine Herausforderung als eine Bestätigung. Wenn mystische oder religiöse Erfahrungen systematisch durch neuronale Prozesse begleitet werden, muss ein Modell einer „Seele“ oder eines externen Bewusstseins erklären, warum und wie diese Wechselwirkung mit ganz bestimmten Gehirnnetzwerken erfolgt. Ein bloßer Hinweis auf die Existenz spiritueller Erfahrungen reicht dann nicht.
Ein solches Modell, welches die Kommunikation mit unserer Seele (bzw. mit unserem eigentlichen Ich (siehe dazu bei Experimente auf dieser Webseite) beschreibt und zeigt, wie diese Kommunikation 1. Durch ein Experiment bewiesen werden kann, und 2. Wie die Kommunikation verbessert und somit eine mögliche Evolution des Menschen wahrscheinlich möglich werden kann.
Originalstudie in Brain and Behavior
10. September 2026, Schwerpunkt Bewusstsein und Nahtod
Eine ausgesprochen ungewöhnliche Studie von März 2026 zu Bewusstsein während klinischen Todes: Eine publizierte multizentrische Untersuchung mit 142 reanimierten Patienten behauptet Hinweise auf Informationsverarbeitung während Herzstillstand und untersucht dabei sogar mögliche Zusammenhänge mit quantenphysikalisch erzeugten Reizen. Bemerkenswert ist, dass die Autoren selbst einschränken, dass ihre Ergebnisse einen quantenmechanischen Kausalmechanismus nicht beweisen und alternative Erklärungen nicht ausschließen.
Studie „Quantum evidence of nonlocal consciousness during clinical death“
Nahtoderfahrungen im fMRT untersucht: Eine Studie von 2026 untersuchte 15 Personen mit dokumentierten lebensbedrohlichen Ereignissen, während sie sich an ihre Nahtoderfahrung erinnerten. Aktiviert wurden unter anderem Netzwerke des autobiografischen Gedächtnisses und der Selbstwahrnehmung. Interessant: Die Muster entsprachen nach Angaben der Autoren nicht einfach denen typischer primär-sensorischer Halluzinationen. Das beweist kein Weiterleben nach dem Tod – zeigt aber, dass solche Erinnerungen neurobiologisch durchaus ernsthaft untersucht werden können.
fMRT-Studie zu Erinnerungen an Nahtoderfahrungen
Außerkörperliche Erfahrungen wurden 2026 im Schlaflabor experimentell untersucht. Bei 35 gesunden Teilnehmern wurden Meditation und Lichtstimulation eingesetzt; 20 berichteten insgesamt 36 ungewöhnliche Körpererfahrungen. Diese traten bei Meditation, beim Erwachen sowie im REM- und Non-REM-Schlaf auf und waren mit Mischzuständen von Schlaf- und Wachaktivität im EEG verbunden. Das wäre für deinen „Zwischenbereich“ besonders interessant – allerdings zunächst eher als mögliche neurophysiologische Gegenhypothese zu deinem Modell.
EEG-Studie zu außerkörperlichen Erfahrungen
Besonders interessant ist eine kritische Übersichtsarbeit von April 2026 über Quantentheorien des Bewusstseins. Die Autoren untersuchen gerade die Frage, welche dieser ungewöhnlichen Modelle überhaupt physikalisch möglich und experimentell überprüfbar sind – und kritisieren Modelle, die lediglich Begriffe wie „Verschränkung“ oder „Superposition“ verwenden, ohne daraus testbare Mechanismen abzuleiten.
Kritische Übersicht zu Quantentheorien des Bewusstseins
Es gibt derzeit innerhalb der etablierten neurologischen Literatur eine interessante wissenschaftliche Kontroverse über Nahtoderfahrungen. Sam Parnia und Kollegen argumentierten 2026 in Nature Reviews Neurology, dass sogenannte „Recalled Experiences of Death“ vorurteilsfrei empirisch untersucht werden sollten. Sie verweisen dabei auch auf frühere Untersuchungen von Bewusstsein während Reanimation. Das ist interessant, weil hier nicht behauptet wird, ein Jenseits sei bewiesen; vielmehr wird darüber gestritten, welche Beobachtungen überhaupt erklärungsbedürftig sind und mit welchen Methoden sie untersucht werden sollten.
Nature Reviews Neurology: Forschung zu Erfahrungen während des Todes
Bewusstsein während des klinischen Todes – ungewöhnliche Studie von 2026
Eine im Frühjahr 2026 in The Innovation veröffentlichte multizentrische Studie untersuchte Herzstillstandspatienten in 13 Krankenhäusern in Großbritannien und Spanien. 142 Überlebende absolvierten anschließend Tests. Während der Reanimation wurden unter anderem Gehirn-Sauerstoffversorgung (NIRS), Temperatur, pH und weitere Parameter erfasst. Die Arbeit berichtet statistische Zusammenhänge zwischen physiologischen Parametern und späteren Erinnerungen bzw. Nahtoderfahrungen. Besonders ungewöhnlich ist, dass die Forscher zusätzlich quantenphysikalisch gesteuerte akustische Reize einsetzten und eine mögliche „nichtlokale“ Komponente des Bewusstseins diskutieren.
https://doi.org/10.1016/j.xinn.2026.101355?utm_source=chatgpt.com
Was passiert im Gehirn, wenn Menschen sich an eine Nahtoderfahrung erinnern?
Forscher untersuchten 2026 mit funktioneller MRT 15 Menschen, die nach dokumentierten lebensbedrohlichen Ereignissen Nahtoderfahrungen berichteten. Beim bewussten Erinnern daran wurden unter anderem Precuneus, posteriorer cingulärer Cortex und präfrontale Bereiche aktiviert – Regionen, die mit autobiografischem Gedächtnis und selbstbezogener Verarbeitung verbunden sind. Bemerkenswert ist, dass die gefundenen Aktivierungsmuster nach Aussage der Forscher nicht den typischen Mustern primär-sensorischer Halluzinationen entsprachen.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42100668/?utm_source=chatgpt.com
Nahtoderfahrungen werden zunehmend als ernsthaftes Forschungsgebiet behandelt
Eine aktuelle Übersichtsarbeit vom Juli 2026 hat Studien über Nahtoderfahrungen von erwachsenen Intensivpatienten ausgewertet. Sie berichtet, dass solche Erfahrungen bei ungefähr 15 % der überlebenden Intensivpatienten vorkommen können und häufig sehr lebhafte und langfristig stabile Erinnerungen hinterlassen. Gleichzeitig sind psychologische Auswirkungen und Einstellungen zum Tod keineswegs bei allen Betroffenen gleich.
Dazu passt eine interessante wissenschaftliche Kontroverse: Sam Parnia und Kollegen argumentierten im Februar 2026 in Nature Reviews Neurology, dass sogenannte „Recalled Experiences of Death“ ohne Vorurteile empirisch untersucht werden sollten. Sie verweisen unter anderem auf Berichte von außergewöhnlicher Klarheit, verändertem Selbsterleben und Lebensrückblicken.
Das ist für die Arbeit dieser Webseite gerade deshalb interessant, weil darin beide Seiten dargestellt werden: neurologische Erklärungsmodelle einerseits und die Frage nach bislang nicht vollständig erklärten Beobachtungen andererseits.
Nature Reviews Neurology: Recalled experiences of death